zur Geschichte


Rijad Dautović, Universität Wien, hat in den letzten Jahren einige interessante Dinge zur organisatorischen Geschichte der Muslime (ganz bewusst hier maskulin) in Österreich veröffentlicht. Ein neuer Essay mit dem treffenden Titel „Geschichte eines Vorwands“ veröffentlicht, der für historisch interessierte Lesende wohl guten Lesestoff bietet. Auch aktuell läd er zur Reflexion darüber ein, wer eigentlich einen politischen Islambegriff hat.

Es gibt nicht immer alles online: Deshalb die neue, lesenswerte Zeitschrift, in der der Essay veröffentlicht wurde: Qamar Nr. 1 (Winter 2020), S.46-53 (www.qamar-magazin.at).

Unintelligenz


Der frühere Wiener Bürgermeister Michael Häupl hat einmal  vom Wahlkampf als Zeit „fokussierter Unintelligenz“ gesprochen, heißt es. Wir haben Wahlkampf und besagte Unintelligenz bricht wieder auf.

Durch wahlkämpfende Dorf getrieben werden kopftuchtragende Frauen, die als Musliminnen von manch politischer Seite auf dieses Stück Stoff reduziert werden, um die Frauen selber geht es nicht mehr. Und jetzt werden die unter 18jährigen heiratswilligen Menschen hinterher getrieben. Denn das müssen ja MuslimInnen sein. Auch dies wird als Gefahr präsentiert, gegen die es anzugehen gelt. Lassen wir einmal beiseite, dass keine belastungsfähigen Zahlen präsentiert werden, die eine vernünftige Aussage erlauben würden. Das würde ja den Fokus stören.

Es geht darum eine Minderheit einer Minderheit als Gefahr zu übersteigern. Wirkliche Probleme sind nicht nur in der Nähe des Fokus. Gesellschaftliche Spaltung zum Ziel der Stimmenmaximierung ist im Fokus. Die kurz-, mittel- und langfristigen Folgen sind in der unintelligenten Betrachtung nicht erkennbar – oder es besteht kein Interesse daran.

 

Verblüffende Statements…


Manchmal rechnet man nicht mit einer Stellungnahme: Zu den jüngsten Schließungen von Moscheen in Österreich ein Kommentar von Michael Prüller, Kommunikationschef der Diözese Wien:

 

„Bisher bin ich davon ausgegangen, dass etwa das Verbot von Kirchenbauten in Saudiarabien eine Konsequenz der dortigen Christenverfolgung ist. Ausgerechnet von FP-Funktionären lerne ich nun, dass so etwas bloß eine Integrationsmaßnahme gegen das Aufkommen von Parallelkulturen ist. Wie umsichtig von den Saudis.“