keine erfreuliche Diagnose


„We are living in the time of subjectivation of civil wars. We did not leave the period of triumph of the market, automation of governmentality, and depoliticization of economy of debt to go back to the era of ‚world pictures‘ and the conflicts between them. We have entered a time of constructing new war machines.“ (Alliez/Lazzarato,. Wars and Capital, semiotext(e), 2018, S.11)

Ach! Denken?


Wir dürfen in den Medien – so ist die Tageskonjunktur – wieder mehr lesen und hören, dass die afghanischen Taliban „radikalislamisch“ sind. Haben die Journalist*innen einmal darüber nachgedacht, was sie schreiben? Die Vermutung llegt sich nahe, dass dem nicht so ist. Denn was ist „radikal“ und dazu noch „islamisch“. Nur die Taliban. Vielleicht die Bewahrung kulturellen Erbes und nicht die Zerstörung der Buddhas von Bamiyan? Oder die Bewahrung der Manuskripte der Bibliotheken von Timbuktu. Oder human zu handeln statt Krieg zu führen. Oder Kalligraphie zu üben statt Kunstwerke zu zerstören. Schöne Gewänder zu designen? Im Labor zu arbeiten? Oder Platten zu legen. Ein guter Vater zu sein (der Schreiber dieser Zeilen ist männlich). Für andere einzutreten? Oder nachzudenken, bevor ich etwas schreibe, was eher eine Worthülse ist… (gilt übrigens auch für nichtmuslimische Journalist*innen).

Es ist natürlich schwer zu merken, dass mit solchen Worthülsen dem Anspruch derjenigen nachgegeben wird, die behaupten ‚der Islam‘ zu sein. Ah! Das heißt ja Denken.

Leistung


Manchmal lohnt es sich, die Zeitung von vorgestern zu lesen:

„“Meischi‘ Meischberger hat einmal zehn Millionen, dann 600.000, dann wieder 708.000 Euro für „Vermittlungen“ bei Immobilienprivatisierungen kassiert und ruft in höchster Not in der Nacht vor der Vernehmung bei Plech und ein anderes Mal bei Grasser an, um zu konstruieren, was er gemacht haben soll: „Okay, und mit wem hob ich do kontaktiert? (….) Wos hob i daun zsammenbrocht? (…) Wo woar mei Leistung?“

Plechs Antwort: „Deine Leistung war, ah, deine Leistung woar, ahhhh, dass du, ich bin jetzt völlig durcheinander wegen der anderen Gschicht do, vollkommen, weil i hob des, ahhh.“ Grasser hingegen kann helfen und gibt Meischi den guten Rat, im Internet zu recherchieren, wo denn die Firma Porr, für die er „vermittelte“, überhaupt Projekte hat.“ (Hans Rauscher in Der Standard vom 21.12.2010)

„Intergration durch Leistung“, Slogan mancher aktueller österreichischer Politiker*innen.