weisheiten


Zufällig bin ich auf folgende Weisheit hingewiesen worden:

„Der kulturelle Höhepunkt der Menschheit hat nach meinem Verständnis in Europa stattgefunden, und zwar in der Zeitspanne von der Gotik bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Es war eine Explosion an Kreativität wie niemals zuvor irgendwo auf der Welt: in der Baukunst, der Musik, der Malerei, der Literatur und der Philosophie. Es ist das große Wunder der Menschheitsgeschichte. Für mich ist das aber auch mit Wehmut verbunden, weil es gerade zugrunde geht. Wir treten in ein völlig neues Zeitalter ein.“

Es ist kein Provinzpolitiker, ein Künstler, der auch in den USA lebt, aber dessen Welt europäisch beschränkt ist, so dass er den Rest der Welt nicht erkennen kann, wenn er ihn gegen das Schienbein tritt. Im Interview fährt er fort:

„Sie ermöglichen ja erst die sogenannte Globalisierung, die möglicherweise alle ästhetischen und geistigen Werte nivellieren und die Vielfältigkeit, Widersprüchlichkeit und Eigenständigkeit verschiedener Kulturen auslöschen wird.“

Und das nachdem er die Kulturen der Welt zugunsten eines eurozentrischen Weltbildes ausgelöscht hat. So wird die Krise des alten weißen Mannes erkennbar. Seine Kultur fühlt er gefährdet.

Bedroht fühlt er sich natürlich auch durch political correctness und beklagt auch die Rolle der Gutmenschen, sieht sich zugleich als Nachfahren der ’68er‘. So weit, so gähn, aber trotzdem signifikant. Signifikant auch, dass ein wirkliches, kritisches Nachfragen nicht stattfndet. Zu finden ist es in Der Standard, 5. Juni 2019 und der befragte weiße Künstler ist Gottfried Helnwein.