Ach! Denken?


Wir dürfen in den Medien – so ist die Tageskonjunktur – wieder mehr lesen und hören, dass die afghanischen Taliban „radikalislamisch“ sind. Haben die Journalist*innen einmal darüber nachgedacht, was sie schreiben? Die Vermutung llegt sich nahe, dass dem nicht so ist. Denn was ist „radikal“ und dazu noch „islamisch“. Nur die Taliban. Vielleicht die Bewahrung kulturellen Erbes und nicht die Zerstörung der Buddhas von Bamiyan? Oder die Bewahrung der Manuskripte der Bibliotheken von Timbuktu. Oder human zu handeln statt Krieg zu führen. Oder Kalligraphie zu üben statt Kunstwerke zu zerstören. Schöne Gewänder zu designen? Im Labor zu arbeiten? Oder Platten zu legen. Ein guter Vater zu sein (der Schreiber dieser Zeilen ist männlich). Für andere einzutreten? Oder nachzudenken, bevor ich etwas schreibe, was eher eine Worthülse ist… (gilt übrigens auch für nichtmuslimische Journalist*innen).

Es ist natürlich schwer zu merken, dass mit solchen Worthülsen dem Anspruch derjenigen nachgegeben wird, die behaupten ‚der Islam‘ zu sein. Ah! Das heißt ja Denken.