Arte, Salafismus und Weisheiten der Seherinnen


Da ich mit zu vielen anderen Dingen beschäftigt war, ist hier länger nichts gepostet worden. Ein jüngst auf dem Sender arte ausgestrahlter Film, an dem ich auch etwas beteiligt war, veranlasst mich dann doch wieder.
Eine Dame wirft als Reaktion darauf vir, dass „Islamwissenschaftler und -Sympathisanten wie Guido Steinberg und Rüdiger Lohlker verdrängen und umkreisen diesen Punkt wie ein gefährliches schwarzes Loch.“ Welchen Punkt? Kommt gleich. Ich frage mich nur gerade, bin ich Islamwissenschaftler oder Islamsympathisant? Oder beides? Und weißt das? Dazu gleich mehr.
Der Punkt ist: „Das Problem des Islam und sein Geburtsfehler sind die Person des Stifters und Kriegsherrn Mohammed und dessen in Koran, Hadithen und Scharia niedergelegte Lehre mit ihrem Konzept des Dschihad, das ein Gewaltpotenzial bereithält, welches in der gesamten kriegerischen Geschichte des Islam immer zum Ausbruch kam.“ Ich erspare mir, in Vourteil religionsvergleichend etwas Sinn hineinzubringen. Religionsvergleichend wird die Schreiberin selber:
„Während die Lehren und das gelebte Beispiel eines Buddha, Konfuzius oder Jesus von Nazareth mit unseren heutigen Begriffen von Menschenwürde und Menschenrechten verträglich sind, können die in Koran, Hadithen und Scharia niedergelegte Doktrin, vor allem aber das persönliche Beispiel des Stifters und Propheten Mohammed – der einen ganzen jüdischen Stamm ausgerottet hat! – uns Menschen in der aufklärerischen Tradition nicht überzeugen.“
OK. Die Guten sind benannt, der Böse auch. Dass wir uns gerade in der Zeit des Gedenkens u.a. der Befreiung des KZ Mauthausen, scheint die Schreiberin nicht mit dem Gedanken anzukränkeln, dass mit dem Fetisch Aufklärung etwas nicht funktioniert. Schlimm genug. Der Arzt empfiehlt immer noch die Dialektik der Aufklärung. Bei chronischen Fällen hilft es allerdings auch nicht.
Dazu kommt noch: Wenn der Islam einen Geburtsfehler hat, was sollen Muslime und Musliminnen machen? Entweder wenden sie sich von dieser mit dem Geburtsfehler behafteten Religion ab (einige Alternativen werden freundlicherweise genannt) oder für diejenigen, die sich einfach nicht von dieser Religion abwenden wollen, bleibt logisch nur Verfolgung, Vertreibung etc., denn sie wollen ja nicht von der Gewalt lassen, sind potentiell also gewalttätig…
Und dann wundern sich die Schreiberin u.a. vermutlich, warum Muslime und Musliminnen so hin und wieder nicht ganz akzeptiert fühlen.
Abgesehen dass ich Guido Steinberg zur Aufnahme in den illustren Feindbildkatalog solcher Leute gratuliere (vielleicht habe ich es vorher nur nicht mitbekommen), ist es nicht vermessen, hinter der Schreiberin Breivik grinsen zu sehen, der ja vorgeführt hat, was sich für Folgerungen aus solchen Gedanken ziehen lassen (gut christlich-abendländisch, kreuzritterlich). Aber das hat die Schreiberin natürlich nicht gemeint… Wie die vielen anderen, die sich bei dem Herrn finden lassen.
Sei’s drum: Eine letzte Frage: Warum schickt ein Fernsehsender solches Geschreibsel eigentlich zu?

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