Ingenieurskunst


Es gibt einmal wieder eine kleine Debatte um Kreuze in der Schule in Österreich. Auch ein Diplomingenieur fühlt sich berufen, sich in einem Leserbrief in der „Presse“ vom 7.12.2013 dazu zu äußern. Und zwar so:
„Die europäische Kultur ist christlich geprägt – und das ist gut so. Terrorismus oder Unterdrückung von Frauen gehören nicht dazu.“
Und dann kommt die Drohung:
„den Kindern in der Schule sollen ihre Inhalte vermittelt werden, egal welcher Konfession sie auch angehören“.
Hübsch kodiert hat der Herr DI: Europa ist nicht islamisch, denn „wir“ wissen ja, „der Islam“ ist die Ursache „des Terrorismus“ und per se frauenfeindlich. Dann ist es natürlich gerechtfertigt, die Kinder zwangsweise zu missionieren – im Auftrag eines Staates, der immerhin säkular sein will und alle Religionen, die anerkannt sind, kooperativ einbindet.
Nun wurden die Eltern, die sich gegen besagtes Kreuz wandten (gibt nette weitere Geschichten darum;)), von einem eher antikonfessionell und -religiös orientierten Verein unterstützt, es waren keine MuslimInnen. Aber der antimuslimische Beißreflex funktioniert doch ganz hervorragend.
Denken wir an den Georgs-Ritter Breivik oder an die jahrhundertelang bewiesene Frauenfreundlichkeit der christlichen Kirchen, bleibt nur die Hoffnung, der Ingenieur möge pensioniert sein… Eigentlich ist Aufrechnerei ziemlich öde, aber hin und wieder sei es erlaubt, an die Realität zu erinnern.

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