Märchenstunde


Der im Juli angekündigte Band über Islamophobie hat einige Kritiken hervorgerufen, deren eine von Karl Pfeifer stammt (in juedische.at, wer mag, kann es suchen). Da Pfeifer unter den wenigen namentlich kritisierten auch mich erwählt hat, sei eine Antwort erlaubt.
Pfeifer verbeißt sich in den Begriff der ‚dhimmitude‘. Er stößt sich an einer kritischen Notiz zu einem historisch ungedeckten Konstrukt der Autorin Bat Ye’or und dem polemischen Gebrauch dieses Wortes in islamfeindlichen Kreisen. In bewusster Verdrehung versucht er diese Bemerkung mit der historischen Praxis der dhimma in Zusammenhang zu bringen, was herzlichen wenig mit dem aktuellen Gebrauch der ‚dhimmitude‘ zu tun hat. Um das Verdrehen noch weiterzutreiben, bringt Pfeifer zusätzlich in Zitat eines Vertreters der Hizb at-tahrir und die Behauptung, ich würde solche Haltungen rechtfertigen. Diese blanke Lüge, mag die Praxis des Herrn Pfeifer und der „Jüdischen“ sein. Das niedrige Niveau solcher Art Journalismus lässt sich allerdings nicht wegretuschieren.
Pfeifer kritisiert außerdem den Abdruck einer bereits erschienenen Rezension eines von Schmidinger/Larise als nicht akademischen Gepflogenheiten entsprechend. Nun ist diese Rezension durchaus modifiziert, was dem abgeneigten Rezensenten natürlich entgeht. Außerdem kritisiert er, auf die Antwort der HerausgeberInnen werde nicht eingegangen. Der aufmerksame Rezensent hat natürlich auch nicht bemerkt, dass gerade auf diese Replik im letzten Satz verwiesen wird. Und auf eine Replik nicht einzugehen, die die Rezension eigentlich nur bestätigt – wenn auch ungewollt – ist eigentlich eher ein Akt der Höflichkeit.
Wenn diese Art von Argumentation den journalistischen Gepflogenheiten des Herrn Pfeifer entspricht, dann dürfte der Wert dieses Schaffens nicht sehr hoch anzusetzen sein.

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