Verblüffende Statements…


Manchmal rechnet man nicht mit einer Stellungnahme: Zu den jüngsten Schließungen von Moscheen in Österreich ein Kommentar von Michael Prüller, Kommunikationschef der Diözese Wien:

 

„Bisher bin ich davon ausgegangen, dass etwa das Verbot von Kirchenbauten in Saudiarabien eine Konsequenz der dortigen Christenverfolgung ist. Ausgerechnet von FP-Funktionären lerne ich nun, dass so etwas bloß eine Integrationsmaßnahme gegen das Aufkommen von Parallelkulturen ist. Wie umsichtig von den Saudis.“

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Irgendetwas mit Islam?!


Es ist schon wieder passiert: „Der Standard“, eine selbsproklamierte Qualitätszeitung, nennt einen Professor für Religionspädagogik einen ‚Islamwissenschafter‘. Nun ist ein Islamwissenschafter kein Religionspädagoge und umgekehrt.

Langsam für JournalistInnen: Islamwissenschaft ist nicht etwas, das an Universitäten getrieben wird und sich irgendwie mit Islam beschäftigt. Islamwissenschaft ist keine islamische Theologie und keine islamische Religionspädagogik oder was auch immer. Islamwissenschaft ist eine eigenständige Disziplin, die methodischen Kriterien zu genügen hat, die nicht theologisch sind.

Aber es liest ja doch niemand aus der Qualitätsjournalisterei.

Lesefrüchte wieder einmal


Guide For U. S. Forces Serving in Iraq 1943:

In fact, their feeling about their religion is pretty much the same as ours toward our religion, although more intense. If anything we should respect the Moslems the more for their intensity of their devotion. (ein kleiner Wandel hat wohl stattgefunden…)

Do your swearing in English. Avoid the native oaths you will not know their exact meaning and they may get you into trouble. (vielleicht können die Iraqis aber inzwischen Englisch…)

There is nothing difficult about Arabic – except that you won’t be able to read Arabic signs and newspapers you will see. (wenigstens Hörverstehen, o ja…)

Learn a few words … and talk to the Iraqis in their own. They will like it even if your pronunciation is not the same as theirs. (ein Ratschlag, der immer noch nicht bei ExpertInnen angekommen ist…)

Death by Powerpoint


Ein nettes kleines Experiment mit Wirkung: Nehme eine Präsentationsapplikation wie die von LibreOffice, erstelle eine Präsentation, speicher sie ab, natürlich in .ppt oder .pptx im Bewusstsein, dass es am Präsentationsort wieder einmal nur Microsoftsoftware gibt, weil öffentliche Institutionen gerne horrende Lizenzgebühren, damit sie nicht in Versuchung kommen Open Source-Technik zu benutzen, und natürlich wird die Präsentation von MS Powerpoint zusammengehauen, was nur bei simplen Präsentationen nicht passiert.

Wenn das nun auch noch im Kontext eines Vortrages passiert, in dem Akteur-Netzwerk angesprochen ist, ist es doch ein herrliches Beispiel für die Handlungsmacht von Algorithmen, die scheinbar und auch real die Produktionsbedingungen von Wissenschaft bestimmen. Und tatsächlich hat sich ein Mitglied des Publikums zur Kenntlichkeit seiner Unkenntnis entblößt und gemeint, dass hätte jeder besser machen können. Keinerlei (Er-)Kenntnis, dass die eigene Wahrnehmung durch den Akteur Präsentationsprogramm völlig präformiert ist. Wirklich ein gelungenes Experiment!