Lesefrucht


Wenn wir über arabische Begriffe nachdenken, treten einige Probleme auf. Ein Versuch der Annäherung:

„Eleventh century scholars writing in Arabic all thought about cognition and language in similar ways, using a singular vocabulary. We do not have parallel concepts or practices in English or other European languages. On the contrary, we have vocabularies with genealogies entirely unconnected to this Arabic conceptual vocabulary. This is why it is difficult for us to see how lexicographers could have been so influential in the creation of theory, how theologians could have thought that arguing about naming was rational and ontologically salient, how a logician could have used the vocabulary of Arabic grammar and theology to explain mental existence, and how a literary critic could have described literary beauty as produced by grammar and logic.“

Alexander Key, Language between God and the Poets: Ma’na in the Eleventh Century, Oakland, Cal.: University of California Press, 2018, S. 2-3 (über luminosoa.org)

Ibn Abi Usaybi’a


Eines der bemerkenswertesten Werke zur arabischen Medizingeschichte wurde von Ibn Abi Ubaybi’a (gest. 1270), der ein mehrbändiges Werk über Ärzte verfasst hat, dass jetzt neu ediert und übersetzt wurde.

Einige lesenswerte Kommentare finden sich auf der Seite purple motes .

Studien, Umfragen…


Ein interessantes Phänomen sind Studien und Umfragen, die scheinbar versuchen, Erkenntnisse zu vermitteln. Dabei sind es eher Meinungen, die durch scheinbar empirische Daten gestützt werden sollen. Es geht also um die Produktion trügerischer Evidenz durch scheinbare Objektivität.

Ein hübsches Beispiel gibt eine durch eine österreichische Zeitung in Auftrag gegebene Umfrage bei einem offenkundig Marktforschungsinstitut in einer oberösterreichischen Stadt (Jeder Zweite sieht zu viel Einfluss). Diese Umfrage firmiert als „Weihnachtsumfrage“. Grob gesagt, geht es um die Haltung der, so der Sprech des Artikels, „österreichischen Wahlberechtigten“ zu Religionsgemeinschaften. Lassen wir die Kleinigkeit unbeachtet, dass es auch viele nicht wahlberechtigte Menschen in Österreich gibt, wollen wir uns nur einer anderen Merkwürdigkeit zuwenden.

Die Umfrage ergibt die scheinbare Erkenntnis, so die Überschrift, dass jeder zweite Befragte „zu viel Einfluss des Islam in Österreich“ sehe. Konkret geht es um 51 % der befragten Personen, die der „islamischen Glaubensgemeinschaft“ zu viel Einfluss zuschreiben. Offenkundig ist dem Autor des Artikels nicht bewusst, dass es auch eine Islamische Glaubensgemeinschaft mit großem „I“ gibt, aber wir wollen nicht kleinlich sein und annehmen, dass hier journalistische Unterschiede verwischt werden. Eine Bemerkung über Kontrollfragen, warum das denn so sei, finden wir nicht. Gab es keine? Dafür gab es viele Fragen, ob die Katholische Kirche antworten auf die Fragen der Gläubigen biete etc. Eher nein, aber das schafft es nicht in die Überschrift. Also dürfen wird durchaus annehmen, dass die Wahl der Überschrift bewusst von der „Qualitätszeitung“ gewählt worden ist. Wie die 2157 Postings zeigt: erfolgreich in der Beförderung anti-islamischer Stellungnahmen.

Diese Groteske sei hier nicht weiter verfolgt. Erwähnt sei nur, dass Studien diverser Art die Redaktionen erreichen (Erster Sex, kluge Glatze). Einer Umfrage, die von einer Zeitung in Auftrag gegeben und mit solcher Überschrift versehen wird, darf man die Beförderung eines bestimmten Diskurses unterstellen.