Leistung


Manchmal lohnt es sich, die Zeitung von vorgestern zu lesen:

„“Meischi‘ Meischberger hat einmal zehn Millionen, dann 600.000, dann wieder 708.000 Euro für „Vermittlungen“ bei Immobilienprivatisierungen kassiert und ruft in höchster Not in der Nacht vor der Vernehmung bei Plech und ein anderes Mal bei Grasser an, um zu konstruieren, was er gemacht haben soll: „Okay, und mit wem hob ich do kontaktiert? (….) Wos hob i daun zsammenbrocht? (…) Wo woar mei Leistung?“

Plechs Antwort: „Deine Leistung war, ah, deine Leistung woar, ahhhh, dass du, ich bin jetzt völlig durcheinander wegen der anderen Gschicht do, vollkommen, weil i hob des, ahhh.“ Grasser hingegen kann helfen und gibt Meischi den guten Rat, im Internet zu recherchieren, wo denn die Firma Porr, für die er „vermittelte“, überhaupt Projekte hat.“ (Hans Rauscher in Der Standard vom 21.12.2010)

„Intergration durch Leistung“, Slogan mancher aktueller österreichischer Politiker*innen.

Landkarten…


Zur „Dienstleistung“ für Muslim*innen in Form einer Landkarte:

ein Blick aus Wien.

Wer an wirklichen islamischen Landkarten ein Interesse hat, schaue in

Islamische Karten. Der andere Blick auf die Welt. Was verraten historische Landkarten über Weltgeschichte und Kulturgeschichte? Herausragende kartographische Werke und ihre Schöpfer vom 9. bis 19. Jh.

In der Buchhandung Ihres Vertrauens.

und schon wieder


Es ist bemerkenswert, welch hohe Zahl an Fehlern sich in einem kurzen Artikel eines österreichischen selbst ernannten Qualitätszeitung unterbringen lassen (und sage niemand, es sei eigentlich nur der Abdruck einer Agenturmeldung; abgedruckt hat sie das Artikelchen). Dass jemand „Islamexperte“ sein soll, mag man ja als lässliche Sünde nachsehen. Journalist*innen glauben immer noch, dass der Ausdruck etwas über Kompetenz aussagt. Inzwischen ist es eher ein Ausdruck dafür, dass die Journalist*innen schreiben will, der weiß irgendetwas über Islam, sei es auch nur über die entsprechenden Regeln zur Herstellung von Lebensmitteln, eine wichtige Sache, die das journalistische Gewerbe meist nicht interessiert.

Kommen wir aber zum Nachhilfeteil: Also ganz langsam für Qualitätsjournalist*innen: Islamwissenschaft ist im deutschsprachigen Raum eine seit vielen, vielen Jahren existierende universitäre Disziplin mit einem vielfältigen methodischen Kanon. Ein „Islamwissenschafter“ an einer Universität ist also ein Vertreter dieser Disziplin oder eben irgendetwas anderes… Eine andere Disziplin kann ich hier nicht nennen, denn der Zusammenhang würde sie abwerten. Da aber Journalist*innen zu glauben scheinen, „Islamwissenschaft“ entspringt der Eigenschaft einer Person, an einer Universität eine Professur innezuhaben und irgendetwas, die Betonung liegt auf „irgendetwas“ über Dinge zu sagen, die mit Islam in Verbindung zu bringen sind. Also, noch einmal ganz langsam, „Islamwissenschaftler“ ist nicht deckungsgleich mit „Islamexperte“. Da Recherche ja nichts mit dem journalistischen Gewerbe zu tun hat, das Objekt der journalistischen Begierde ist islamischer Religionspädagoge, hat einen Abschluss in islamischer Theologie und Soziologie, „Islamwissenschaftler“ ist er definitiv nicht. Und für eine österreichische Nachrichtenagentur plus eine österreichische Zeitung eine spezielle Nachhilfe: Es gibt in Österreich genau eine Professur für Islamwissenschaften. Lässt sich – wie es so schön heißt – googlen. Aber das wäre ja schon fortgeschrittene Recherche! Die Standards der Qualitätszeitungen sind eher standards.

Das Wikipedia ebenfalls falsch behauptet der Gegenstand der journalistischen Begierde macht es nicht besser.