al-nabi al-dawlawi


Auch das gehört zum verzichtbaren Thema – und zwar zu al-nabi al-dawlawi. Wird bald in einem Sammelband erscheinen.

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einige Forschungspapiere


Zu einem Thema, auf das jede/r gerne verzichten würde:

Rüdiger Lohlker: All ye unbelievers… ((Research Paper on Terrorism and Exclusivism 2), posted January 2019 (DOI 10.25365/phaidra.77)

Rüdiger Lohlker: IS Video Production (Research Paper on Terrorism and Exclusivism 3), posted January 2019 (DOI 10.25365/phaidra.78)

Rüdiger Lohlker: Multilingual again: Recent Linguistic Developments of IS (Research Paper on Terrorism and Exclusivism 5) (DOI 10.25365/phaidra.95)

Rüdiger Lohlker: Reconfiguring the Swarm: Revival of Strategic Thinking and Technical Knowledge (Research Paper on Terrorism and Exclusivism 6) (DOI 10.25365/phaidra.96)

In Zeiten autoritärer Versuchungen


„Andererseits scheint die Erfahrung zu lehren, daß es im Interesse des Friedens und der Eintracht ist, alle Gewalt einem Einzigen zu übertragen. Denn kein Reich hat so lange ohne merkliche Veränderung bestanden wie das türkische, und im Gegensatz dazu sind keine vergänglicher gewesen und haben mehr Aufruhr kennengelernt als Volksstaaten oder Demokratien. Wenn freilich Sklaverei, Barbarei und Einöde Frieden heißen soll, dann gibt es nichts Erbärmlicheres als Frieden. In der Tat entstehen gewöhnlich mehr und heftigere Streitereien zwischen Eltern und Kindern als zwischen Herren und Knechten, und doch liegt es nicht im Interesse des Haushalts, das väterliche Recht in ein Herrenrecht umzuwandeln und so die Kinder wie Knechte zu behandeln. So dient es der Sklaverei und nicht dem Frieden, alle Gewalt einem Einzigen zu übertragen. Denn der Frieden besteht, wie schon gesagt, nicht in einer Abwesenheit von Krieg, sondern inder Einheit oder Eintracht einer geistigen Haltung.“

(Baruch de Spinoza, Politischer Traktat. Lateinisch-Deutsch, Hamburg: Felix Meiner Verlag, 2010 (2. verbesserte Auflage)

Aus der europäischen Erforschung Arabiens


Der Name Waclaw Seweryn Rzewuski (gest. 1831) dürfte wenigen Interessierten in Westeuropa etwas sagen. Dies sagt wiederum etwas darüber aus, in welchem Ausmaße die ost-/mitteleuropäische Forschung zur arabischen Welt (und darüber hinaus) in Westeuropa ignoriert worden ist und wird.

Seweryn Rzewuski, der 1818-1820 in Südwestasien bis in die Arabische Halbinsel gereist ist, der arabischen Sprache mächtig war, hat ein umfangreiches Werk mit dem Titel „Sur les chevaux orientaux et provenants des races orientales“ verfasst, prächtig illustriert. Das Manuskript des Werkes hat eine abenteuerliche Geschichte, die hier nicht nacherzählt werden kann. Es enthält eine große Menge an Informationen über das Beduinenleben der Zeit und allgemein über die Region. Natürlich ist auch viel über die Araber, d. h., die Pferde, zu finden.

Die Polnische Nationalbibliothek hat die Handschrift online gestellt, die mehrere Bände umfasst. Es lässt sich also erfahren, in welcher Weise eine nicht koloniale Beschäftigung mit der arabischen Welt möglich war. Die Nationalbibliothek hat jetzt auch einen prachtvollen Druck dieses Werk herausgebracht, der gleichfalls sehenswert ist.

Es gibt also eine ganze Welt der Arabienforschung jenseits von ‚Lawrence von Arabien‘.

Ahnungslosigkeit


Zuerst einmal: Das Buch, das hier angesprochen wird, ist nicht mein Thema. Es geht nur um eine medial vermittelte Aussage des Autors während einer Präsentation seines Buches.

Und: Manchmal ist es nicht ersichtlich, ob der Hinweis auf solche Aussagen böswillig ist – oder vielleicht auch nicht.

Also: Dem „Standard“ vom 13. 2. 2019 ist zu entnehmen, dass ein Buch mit dem Titel „Islamischer Antisemitismus“ vorgestellt wurde. Darauf angesprochen, habe der Autor gesagt: „es habe aber in der islamischen Kultur schlicht keine Abbildung von Menschen gegeben“. Über den Titel und das Thema ließen sich einige Dinge sagen, aber bleiben wir beim Zitat. Ein kurzer Blick in eine gut ausgestattete Bibliothek, die einem in Wien lebenden Autor zugänglich wäre, zeigt Dutzende Bände mit Abbildungen aus diversen islamischen Kulturen.

Die simple historische Tatsache, dass von einer islamischen Kultur nur Salafisten, Dschihadisten etc. und Autoren von solchen Büchern wie dem hier angesprochenen reden, einmal unbeachtet gelassen: Der flüchtige Augenschein überführt den Autoren zumindest der Schlampigkeit und des nichtvorhandenen Interesses an historischen Fakten. Eine Empfehlung für ein Buch mit solch einem fehlbegründeten Cover?

Außerdem tut eine solche Argumentation dem Kampf gegen den Antisemitismus – sei er islamisch oder aus anderen Quellen gespeist – einen Bärendienst.